Madeira (2019)

Madeira

Madeira: jeder hat wahrscheinlich schon davon gehört, aber nur wenige wissen mehr, als dass es sich um eine Insel handelt, die den Namen mit einem guten Wein teilt. Streng genommen, ist Madeira ein Archipel, das aus der Hauptinsel – Madeira – sowie der ebenfalls bewohnten Insel Porto Santo und einer Handvoll unbewohnten Inseln besteht.

 

Sie gehören zu Portugal (unsere Partnerhotels in Portugal), liegen aber 600 Kilometer westlich der marokkanischen Küste im Atlantik, also viel weiter im Süden, zwischen dem europäischen Festland und den Kanaren. 

 

Wer nun bei im Süden gelegenen Inseln an Strände und Sonnenbaden denkt, kommt auch hier auf seine Kosten. Im Falle Madeiras, sind die Strände meist klein und anstelle von Sand gibt es meistens Kies und Steine. 

Die Insel Madeira als Teil von Portugal ist etwa 50 km lang und 20 km breit und hat knapp 160 km Küstenlinie, die man eher vom Boot aus erkunden sollte, viele Teile der Küste bestehen aus steilen und sehr hohen Klippen.

 

Eine davon, das Cabo Girao, ist 580 Meter hoch und hat eine Aussichtsplattform, von der man einen fantastischen Ausblick hat. Madeira besteht hauptsächlich aus Bergen. Der höchste Gipfel besteht aus dem Pico Ruivo, der das umliegende Meer um stolze 1862 Meter überragt.

 

Auf den ersten Blick mag das nicht sehr hoch erscheinen, aber da es nur 6 Kilometer von der Küste zum Gipfel sind, kann man sich vorstellen, wie steil die Berghänge sind. Genau so kann man sich quasi die ganze Insel vorstellen. 

 

Im Vergleich zu Teneriffa und aufgrund eher kleinerer Strände ist Madeira keine übervölkerte Touristenattraktion mit grossen Resorts, sondern eher ein Geheimtipp unter Individualreisenden. Jedoch, wenn Sie Surfer sind, dann muss Madeira unbedingt auf Ihre To-Do-Liste! Hier gibt es einige der besten Wellen Europas. 

 

Obwohl Madeira schon von den Phöniziern im 6. Jahrhundert vor Christus und von den Römern im 1. Jahrhundert nach Christus erwähnt wird, ist Madeira für lange Zeit nur eine unbedeutende Insel gewesen, die mal auf Karten erschien und mal nicht.

 

Erst 1419, als der portugiesische Seefahrer João Gonçalves Zarco hier landete und die Flagge seines Königreiches hisste, gehört Madeira zum ständigen Inventar der Karten und ist auch dauerhaft besiedelt. Somit bildet die Insel eine Zwischenstufe zwischen alter und neuer Welt.

 

Das lässt sich vor allem an der Architektur in den Altstädten sehen, wo der Kolonialstil noch nicht vollständig entwickelt wurde. 

 

Innerhalb eines Jahrhunderts wurde Madeira zu einem der wichtigsten Zuckerlieferanten für ganz Europa. Durch die sehr fruchtbaren Böden entstand grosser Reichtum, welcher wiederum viele flämische und italienische Händler anzog.

 

Nachdem die Böden im 16. Jahrhundert ausgelaugt waren, wurden viele Zuckerrohrplantagen in Weinberge umgepflanzt und seitdem ist Madeira für ausgezeichneten Wein bekannt. Im Laufe der Zeit liessen sich auch Engländer hier nieder und vervollständigten das kulturelle Potpourri der Inselgruppe. 

Wetter auf Madeira

Madeira ist auch aus klimatischer Sicht ein hervorragendes Ferienziel. Wer aus Zentraleuropa kommt, wird es das ganze Jahr über als angenehm warm empfinden. Die mittleren Tageshöchstwerte erreichen im Sommer um die 25 Grad und sinken im Winter nur sehr selten unter 19 Grad. 

 

Wer es gerne heiss hat, sollte von Juli bis Oktober nach Madeira reisen. Zu dieser Zeit werden Durchschnittstemperaturen von etwa 23 Grad erzielt. Entsprechend angenehm sind auch die Temperaturen im Frühling sowie Herbst. 

 

Obwohl die Insel Madeira relativ klein ist, ist diese von unterschiedlichen Klimazonen geprägt. Das liegt daran, das die Insel je nach Jahreszeit von verschiedenen Winden erfasst wird. Im Sommerhalbjahr liegt die Insel im Einflussbereich des Nordostpassats, im Winterhalbjahr liegt sie im Westwindgürtel.

 

Grundsätzlich regnet es im Norden der Insel häufiger, der Süden ist im Vergleich eher subtropisch warm. 

Die Hauptstadt Madeiras: Funchal

funchal madeira

Funchal ist die Hauptstadt Madeiras und mit knapp 112.000 Einwohnern auch die grösste Siedlung. Der Name bedeutet auf Deutsch “Fenchel”, was daran liegt, dass bei der Besiedlung Madeiras hier besonders viel Fenchel gefunden wurde.

 

Hier handelt es sich nicht nur um die hübscheste und sauberste Hauptstadt Europas, sondern auch um eine Perle für Luxusreisende. Sie finden nicht nur viele 4- und 5-Sterne Hotels, sondern auch erstklassige Restaurants und einzigartige Boutiquen.

 

In einem natürlichen Amphitheater gelegen, bietet sich in Funchal ein atemberaubender Blick auf den Hafen und das Meer von beinahe allen Standpunkten in der Stadt. 

 

Schon im 16. Jahrhundert wurde Funchal zum Bischofssitz ernannt (und damit zur Hauptstadt), daher verfügt Funchal über eine sehr grosse Anzahl historischer Gebäude in verschiedenen Stilen.

 

Als dann ab Mitte des 19. Jahrhunderts die Oberschicht Grossbritanniens Madeira für sich entdeckte, gründete der Schotte William Reid das Luxushotel Reid’s Palace, was ununterbrochen bis heute zu den Leading Hotels of the World gehört und auf jeden Fall einen Besuch wert ist.

 

Das Hotel gleicht von aussen eher einem Schloss, und das nicht nur wegen seiner Grösse, auch die anschliessenden Gärten lassen den Besucher ahnen, wieso es sich hierbei um einen ”Palace” handelt. Wer hier nicht übernachtet, sollte trotzdem zumindest einmal vorbeikommen. 

 

Auch wenn Funchal von Kreuzfahrtschiffen besucht wird, hält sich der Tourismus doch in Grenzen und man kann beinahe ganzjährig ungestört bummeln gehen. Hinter den Fassaden der alten Gebäude verbirgt sich eine kosmopolitische und moderne Stadt, die so gar nicht nach entlegener Insel aussieht.

 

Und dennoch, es handelt sich hier um einen äusserst sicheren Ort, wo Sie nachts problemlos ausgehen können, ohne sich Sorgen machen zu müssen. 

Wer mal eine kurze Atempause braucht, kann sich gerne in einem der vielen Gärten der Stadt ausruhen und an den Blumen schnuppern. 

 

Was Sie auf keinen Fall verpassen sollten, ist eine Fahrt mit der Seilbahn auf den Monte, den Berg der hoch über der Stadt thront. Von hier aus können Sie den Jardim Tropical Monte Palace erkunden oder, für die abenteuerlustigen, in einem der berühmten Korbschlitten bergab fahren.

 

Dabei werden Sie von zwei Herren, die den venezianischen Gondoliere verdächtig ähneln, in diesen ungewöhnlichen Schlitten 2 Kilometer lang eine steile Strasse hinuntergeschoben. 

 

Für die Fussballfans unter Ihnen ist der Besuch des Museums CR7 ein Muss. Cristiano Ronaldo ist der wohl berühmteste Sohn Madeiras und er hat seine Wurzeln nicht vergessen. 

 

Als Gourmet sollten Sie Funchal keinesfalls verlassen, ohne vorher den Mercado de los Lavradores, den Arbeitermarkt, ausgiebig erkundet zu haben. Hier finden Sie nicht nur die frischesten Produkte aus den umliegenden Plantagen, sondern auch hochklassige Gaumenfreuden, die Sie zu Hause vermissen werden.

Madeiras Gärten

Madeira Garden

Madeira  ist allein wegen der wunderschonen Garten, auf Portugiesisch Jardims, einen Besuch wert.

 

Durch das ganzjährig ideale Klima und die nährstoffreichen Böden, wachst hier beinahe alles ohne Probleme. Die meisten befinden sich in Funchal. 

Im Jardim Tropical Monte Palace, am Endpunkt der Seilbahn, finden Sie sage und schreibe 100.000 verschiedene Pflanzenarten!

 

Als ob das nicht genug wäre, gibt es hier ausserdem afrikanische Skulpturen, eine Steinsammlung aus verschiedenen Ländern und eine Lagune mit Koi-Fischen. In den vielen verschiedenen Landschaften des Gartens gibt es Oasen der Ruhe für jeden Geschmack. 

 

Ebenfalls in Reichweite der Seilbahn liegt der Jardim Botânico da Madeira - Engº Rui Vieira, der der sinnbildlichste Garten Funchals ist.

 

Mit 350.000 Besuchern pro Jahr bildet er eine der Hauptattraktionen der Stadt, aber keine Sorge, auf den 35.000 Quadratmetern verteilen sich selbst grosse Menschenmengen ohne Problem.

 

Hier geht es weniger um verschiedene Pflanzenarten (Sie sollten trotzdem das Herbarium mit 24.000 verschiedenen Exemplaren besuchen), sondern auch um die Kunst mit Pflanzen. So werden verschiedenfarbige Pflanzen in einer Weise angeordnet, dass riesige Kunstwerke entstehen. 

 

Im Stadtzentrum liegt der Stadtgarten Jardim Municipal do Funchal, welcher auch für viele Veranstaltungen genutzt wird und immer einen Besuch wert ist. 

 

Die Gärten Jardim da Quinta Vigia und Parque de Santa Catarina sind beide allein wegen des Blickes auf das Meer einen Besuch wert.

 

Im Jardim da Quinta Vigia befindet sich ein Landgut, das in den vergangenen Jahrhunderten etliche europäische Adlige beherbergte, was sich wiederum in der Landschaftsarchitektur des Gartens widerspiegelt. Sie finden hier Elemente, die vom Barock bis zum Neoklassizismus reichen.

 

Der Parque Santa Caterina liegt direkt beim Hafen und kann mal eben besucht werden, wenn die Füsse eine Pause brauchen, lädt allerdings auch zu Spaziergängen ein, bei denen Sie Statuen von bedeutenden Persönlichkeiten, wie Christoph Kolumbus oder Heinrich dem Seefahrer finden können. 

 

Funchal besitzt noch viele weitere Gärten, manche von ihnen spezialisieren sich auf bestimmte Bereiche, wie Heilkräuter im Jardim de Plantas Aromáticas e Medicinais, andere winken schlicht mit einer kleinen Oase in der Stadt.

 

Wenn Sie auf Ihrer Entdeckungstour durch Funchal einen Garten finden, gehen Sie einfach hinein, jeder ist einen Besuch wert!

Câmara de Lobos - einer der ältesten Orte Madeiras

camra de lobos madeira

Auf Deutsch bedeutet der Name dieses Ortes “Höhle der Mönchsrobben”, da zur Zeit von Madeiras Entdeckung durch Portugiesen hier sehr viele Robben siedelten. Leider ist dies heute nicht mehr ganz der Fall.

 

Der portugiesische Seefahrer João Gonçalves Zarco errichtete Madeira 1420 nahe der Höhle die Kapelle Nossa Senhora dos Pescadores. Heute befindet sich der Hafen direkt in der Nähe. Da die Kapelle 1723 im Barockstil runderneuert wurde, sieht man nur noch den Glockenturm im altbewährten Stil.

 

Somit ist Câmara de Lobos einer der ältesten Orte auf Madeira.

 

Berühmt wurde dieses kleine Nest durch ein Gemälde von Winston Churchill. Der britische Premierminister des zweiten Weltkrieges malte, um Stress abzubauen. Hier in Câmara de Lobos verbrachte er einige Zeit am Hafen und fertigte mehrere Gemälde davon an, die einige Berühmtheit erlangten.

 

Wer diese betrachten möchte, kann dies bei Ferien in der englischen Grafschaft Kent tun, wo viele von Churchills Gemälden in seinem ehemaligen Wohnhaus ausgestellt werden.

 

Obwohl Funchal nur 5km östlich von hier liegt, ist es sehr ruhig im Ort. Der Hafen ist bis heute voll mit kleinen, bunten Fischerbooten, die regelmässig hinausfahren, um Madeira mit fangfrischem Fisch und Meeresfrüchten zu beliefern.

 

Eine Spezialität, die Sie direkt vor Ort in den Restaurants verkosten können, sind die Espadas, Degenfische. Dazu gibt es die ortstypischen Ponchas, ein Cocktail aus frischem Zitronensaft, Honig und Zuckerrohrschnaps.

 

Direkt oberhalb des Ortes, wenn Sie die steilen Hänge hinauflaufen oder -fahren, kommen Sie in die Weinberge Estreito de Câmara de Lobos, welche Madeiras wichtigstes Anbaugebiet sind.

 

Nehmen Sie sich ein wenig Zeit hier und geniessen Sie das typische Leben von Madeira, der Natur ergeben und in einem gemütlicheren Rhythmus, als auf dem Festland.

 

Wenn Sie sich hier in einer kleinen Pension aufhalten, anstelle eines Hotels, können Sie wunderbar entspannen und für das Leben zu Hause ein paar Lektionen über ein Leben mit weniger Stress lernen. 

Madeiras Lava Pools in Porto Moniz

lava pool porto moniz madeira

Porto Moniz ist eine entlegene kleine Stadt am nordwestlichsten Zipfel von Madeira. Sie wurde bereits 1533 von Francisco Moniz gegründet, war aber bis zum Bau der modernen Strasse sehr auf sich alleine gestellt und hing bis in die 80er Jahre vom Walfang ab.

 

Heute kann man über die nördliche Küstenstrasse in knapp einer Stunde von Funchal aus hierherfahren, oder den Bus nehmen. Viele Besucher des Ortes sind nur Tagesgäste, doch wir empfehlen einen Aufenthalt.

 

Porto Moniz hat nicht nur selbst viel zu bieten, sondern ist auch Ausgangspunkt für weitere Unternehmungen im entlegenen Westen Madeiras. 

 

Die Hauptattraktion von Porto Moniz sind die Lavapools, natürliche Becken, die im Brandungsbereich im Lavagestein geformt wurden. Das schwarze Gestein, welches von türkisblauem und glasklarem Wasser umgeben wird, ist ein besonderer Blickfang.

 

Doch anschauen alleine reicht nicht! Man kann – und sollte – hier baden gehen. Die kleine vorgelagerte Insel Ilhéu Mole schützt die Lavabecken vor starker Brandung und sorgt dafür, dass das Wasser bei Flut in sanften Wellen hineinschwappt.

 

Es gibt zwei verschiedene Arten von Lavapools: zum einen die naturbelassenen und zum anderen die bewirtschafteten. Die naturbelassenen liegen bei der Insel Ilheu Mole und sehen am schönsten aus.

 

Sie haben keine Anlagen (am Besten die Bademode schon vorher unter der Kleidung tragen) und kosten keinen Eintritt. Unser Tipp: bringen Sie Wasserschuhe mit, damit Sie Ihre Füsse nicht an der Lava verletzen.

 

Die bewirtschafteten Naturfreibäder kosten einen kleinen Eintritt, dafür gibt es hier keine scharfkantigen oder rutschigen Steine und es sind Rettungsschwimmer am Rand der Pools.

 

Diese Piscinas Naturais sind also besonders gut für Familien mit Kindern geeignet. Hier gibt es auch Umkleidekabinen und Duschen. Dadurch, dass das Wasser in allen Pools sehr flach ist, wird es von der tropischen Sonne aufgewärmt und ist im Jahresschnitt angenehme 20°C warm. 

 

Wenn Sie gerne Wandern, dürfen Sie hier auf keinen Fall die Levada da Ribeira da Janela verpassen. Dieser wunderschöne Wanderweg bietet viel Abwechslung auf seinen 13 Kilometern Länge.

 

Los geht’s im kleinen Dorf Lamaceiros und folgt dem Tal des Da Janela Flusses in die Berge südlich von Porto Moniz. Von oben werden Sie für den Aufstieg mit einer sensationellen Aussicht belohnt.

 

Da der Weg durch einige Tunnel führt, ist es empfehlenswert, eine kleine Taschenlampe mitzunehmen, damit Sie nicht im Dunkeln stolpern. 

Ponta de São Lourenço

ponte sao lourenco madeira

Die Sankt-Lorenz-Spitze ist das Ostkap Madeiras und läuft extrem spitz zu. Sie ist, zusammen mit zwei vorgelagerten kleinen Inseln, ein Naturschutzgebiet. Beide Seiten der Landzunge fallen in steilen Klippen ins Meer hinab.

 

Um dieses entlegene Stück Madeiras zu erkunden, bedarf es einer Wanderung, denn die Strasse endet bereits 4 km vor der Spitze des Kaps. Es gibt mehrere Pfade, unter denen Sie auswählen können.

 

Alle von ihnen gehen über die Hügel bergauf und bergab, aber immer in relativ flachen Winkeln. Um vom Parkplatz bis zum 150 Jahre alten Leuchtturm und zurück zu gelangen, legt man 8 Kilometer zu Fuss zurück.

 

Unterwegs passieren Sie einige idyllische Buchten, in denen sich die Seevögel tummeln. Auf der Südseite der Halbinsel steht eine kleine Hütte, aus deren Sichtschutz sich in aller Ruhe Vögel beobachten lassen.

 

Da die Ponta de São Lourenço östlich aller Berge Madeiras liegt, befindet sie sich im Windschatten und es ist hier selbst an regnerischen Tagen oft trocken. Die Halbinsel ist sogar so trocken und karg, dass hier nur Gräser und Kräuter wachsen. Ein starker Kontrast zu Maderias üblicher Vegetation tropischer Gärten und Dschungel.

 

An einer Stelle ist die Ponta nur 5 Meter breit und etwa 100 Meter hoch! Hier wird der Wanderweg von sicheren Geländern umgeben, damit niemand hinunter in den Atlantik fällt. Anschliessend gelangen Sie zur Casa Sardinha, einem Hahus, das der Naturschutzbehörde gehört.

 

Von hier aus ist es nur noch ein kurzer Anstieg bis zur nächsten Anhöhe und Sie erhalten den vollen Blick auf den Ozean zu beiden Seiten und das Kap vor Ihren Füssen.

Die Levada Wanderungen auf Madeira

Levada Wanderung auf Madeira

Bei den Levadas handelt es sich um etwa 30 cm breite Bewässerungskanäle, die ein Netzwerk von 2.092 Kilometern umfassen und somit die ganze Insel durchziehen.

 

Aufgrund der vielen Steilhänge hier wurden die Kanäle fast hangparallel aus den Bergen gegraben und verlaufen mit einem gemächlichen Gefälle, sodass das Wasser kontrollierbar ist und die Erosion in Grenzen gehalten wird.

 

Da diese Kanäle auch immer wieder gewartet werden müssen und aufgrund der geringen Neigungen angenehm zu laufen sind, sind viele Wege direkt neben ihnen entstanden.

 

Heute werden die Levadas immer noch zur Bewässerung genutzt und der Tourismus hat das weitläufige Netzwerk aus Wegen und Pfaden für sich entdeckt. Sie können tagelang entlang der Levadas wandern gehen, ohne eine Strecke zweimal zurückzulegen und fast ohne anderen Leuten zu begegnen.

 

Dank guten öffentlichen Verkehrs mit Bussen lassen Sich auch viele Streckenwanderungen unternehmen, ohne im Anschluss wieder an den selben Ausgangspunkt zurücklaufen zu müssen. 

 

Manche von den Wegen führen in die Laurisilva-Wälder, jene fast tropische Wälder, die die natürliche Vegetation Madeiras bildeten, bevor die portugiesischen Siedler die meisten Wälder zugunsten von Häuserbau und Landwirtschaft rodeten. 

 

Die bekannteste Wanderstrecke führt etwa 6 Kilometer entlang des Kanals Levada do Caldeirao Verde, welcher sich zunächst gemächlich durch einen Wald und Tunnel schlängelt, wobei regelmässig eine atemberaubende Aussicht auf das Meer gewährt wird.

 

Zum Abschluss jedoch fällt er 91 Meter tief einen Wasserfall hinunter. Bringen Sie ein paar Leckereien vom Markt mit und geniessen Sie ein Picknick, dieser Ort lädt definitiv zum Verweilen ein! 

Monte auf Madeira

Monta Madeira

Der Vorort von Funchal liegt am Berg oberhalb der Stadt zwischen 600 und 800 Metern Höhe.

 

Früher waren hier die Villen der Reichen und Schönen, die sich nicht in der Stadt unten ansiedeln wollten, sondern lieber eine exklusive Gemeinde auf dem Berg gründeten. Es sind noch einige der edlen Quintas (Herrenhäuser) erhalten geblieben.

 

Unter den illustren Besuchern befanden sich einst auch die österreichische Kaiserin Sissi oder der letzte Kaiser Österreichs, Karl, welcher hier nach der Abschaffung der Monarchie seinen kurzen Lebensabend im Exil verbrachte.

 

Natürlich sind die Quintas selbst nur ein Teil der Attraktion, denn wie immer auf Madeira stehlen die wunderhübschen, exotischen Gärten der Architektur die Show.

 

Der beste Weg, um Monte zu erreichen, ist die Seilbahn von Funchal aus. Mit dem Auto wäre es eine sehr kurvenreiche (und leicht halsbrecherische) Fahrt den Berg hinauf, nur um dann keinen Parkplatz zu finden.

 

Die imposanteste Sehenswürdigkeit ist ganz klar die Kirche Nossa Senhora do Monte, zu der 74 Stufen hinaufführen. Zu Ehren von Madeiras Patronin erklimmen Pilger jeden 15. August diese Stufen auf ihren Knien!

 

Einmal oben angekommen, legen Sie einen Moment Pause ein, bevor Sie das Innere der Kirche betreten und drehen Sie sich um: Ihnen liegen Funchal und der Ozean zu Füssen.

 

Im Inneren der Kirche befindet sich unter anderem das Grab von Österreich letztem Kaiser. Seine Quinta wurde leider 2016 das Opfer eines Waldbrands, der auf Teile des Orts übergriff.

 

Die Hauptattraktion Montes sind die Korbschlitten, die kaum zu übersehen sind. Man kann hier in einem altmodisch anmutenden Korbschlitten den Berg hinunter nach Funchal sausen. Das ist keine Attraktion im Sinne eines Vergnügungsparks oder nur für Kinder.

 

Hier handelt es sich schlicht um eine abwegige Tradition, die man der Insellage oder der Skurrilität der örtlichen Bevölkerung zuschreiben kann.

 

Den Anfang machten die Reichen von Monte, welche sich in Sänften oder auf Pferden den Berg hinauftragen liessen und dann in jenen Schlitten den Berg wieder hinunterfuhren.

 

Heute können Besucher auch in den Genuss einer Fahrt mit dem Carro de Cesto kommen, welche von trainierten Schlittenlenkern sicher gesteuert werden. 

 

Wenn Sie sich etwas Besonderes gönnen möchten oder einen Anlass feiern wollen, gibt es in Monte das Luxushotel Quinta do Monte, welches sich in einer hübsch restaurierten Quinta befindet.

 

 

 

Ob Sie im tropischen Garten ihr Frühstück geniessen oder im Pool mit Blick auf die Kirche entspannen, ein Aufenthalt hier ist etwas ganz Spezielles. 

 

Der Inselvulcan Pico da Torre

Pico da Torre auf Madeira Aussicht

Wer nicht so gut zu Fuss unterwegs ist, kann Madeira auch sehr gut mit dem Auto entdecken. Dank einiger Tunnel sind die schlimmsten Strecken mittlerweile Vergangenheit und Sie müssen nicht jedes Mal um Ihr Leben fürchten, wenn Gegenverkehr kommt. 

 

Ein besonders sehenswertes Ziel, zu dem Sie ganz bequem hinfahren können (keine Sorge, es gibt auch eine Bushaltestelle) ist der Vulkan Pico da Torre.

 

205 Meter über dem Örtchen Camara de los Lobos gelegen breitet sich hier vor Ihnen eine der besten Aussichten der ganzen Insel aus.

 

Der Gipfel liegt vollständig frei und bietet daher einen 360 Grad Blick. Sie können von hier aus alles sehen, Camara de los Lobos mit deiner kleinen Bucht und dem Hafen, die Küste links und rechts davon, sowie die Bergkette, die sich über das Hinterland erstreckt.

 

Kleiner Geheimtipp am Rande: auf dem Pico da Torre wächst übrigens auch ein natürliches Blütenmeer, das den Gärten Funchals in nichts nachsteht. 

Pico Ruivo, Madeiras höchster Berg

Pico Ruivo Madeira

Der Pico Ruivo ist Madeiras höchster Berg, dessen Gipfel 1862 Meter über dem Meer thront. Er ist, wie der Rest der zentrale Berge Teil eines Naturschutzgebiets, in dem die Fauna und Flora geschützt werden.

 

Die Natur besteht hier grösstenteils aus Büschen und Kräutern. So hoch oben ist das Klima nicht mehr geeignet für tropische Bäume, denn es ist häufig kühl und an manchen Tagen peitscht der Wind ungebremst vom offenen Ozean herein. Manchmal bringt dieser Wind auch Regen mit sich. Viel tropischen Regen!

 

Nichtsdestotrotz – lassen Sie sich nicht von einer Wanderung am oder auf den Pico Ruivo abschrecken, das Wetter ist oft genug auch sehr schön. Und an guten Tagen ist die Aussicht von den Bergen und speziell vom Gipfel aus unglaublich gut. Bringen Sie einfach eine Regenjacke, lange Hose und einen Pullover mit, damit Sie für alle Wetter gewappnet sind.

 

Es gibt mehrere Wanderwege, die Sie zum Gipfel nehmen können.

 

Von Santana aus führt eine kurvenreiche und enge Strasse bis zum Parkplatz Achada do Teixeira auf 1535 Metern Höhe, also müssen Sie nur noch 2,8 Kilometer und etwas über 300 Höhenmeter überwinden, um zum Gipfel zu gelangen.

 

Auf halbem Weg kommen Sie am Berggasthaus vorbei, wo man sich für den Rest des Anstiegs stärken kann. Weiter geht’s an verschiedenen Unterständen vorbei, in denen man einen Wetterwechsel abwarten kann, bis man endlich ganz oben ist. Vom höchsten Punkt Madeiras aus haben Sie eine Aussicht auf die gesamte Insel.

 

Hier wird Ihnen erst so richtig vor Augen geführt, was für ein isoliertes kleines Eiland inmitten des riesigen Ozeans Madeira tatsächlich ist. Grämen Sie sich nicht, wenn es bewölkt ist, denn oftmals gibt es Sonnenschein in den Höhenlagen und nur das Tiefland und der Ozean liegen unter Wolken. Diese Aussicht ist dann beinahe zu schön um wahr zu sein, wenn Sie sich auf einer wahrhaftigen Insel über dem Wolkenmeer befinden.

 

Für die, die mehr sportliche Herausforderungen suchen, ist die Traverse vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo, die etwas über 10 Kilometer lang ist (plus Aufstieg zum einen und Abstieg vom anderen Berg), doch unterwegs werden Ihnen über die ganze Strecke lang atemberaubende Aussichten geboten.

 

Durch wechselnde Bewölkung und Kurven im Weg lernen Sie ganz neue Facetten an Madeira kennen.

 

Egal, wie Sie den Berg erklimmen, am Ende des Tages haben Sie sich auf jeden Fall ein Glas guten Madeirawein verdient! 

Cabo Girão auf Madeira

Cabo Girão Madeira

Das Cabo Girão ist nicht nur eine Klippe, sondern die zweithöchste der ganzen Welt! Von einer Höhe von 580 Metern kann man direkt hinunter ins Meer schauen. Nur das Kap Enniberg auf den Färöer-Inseln ist noch höher.

 

Keine Sorge, wenn Sie Höhenangst haben, die Klippe und ihre Aussichtsplattform sind gut mit Geländern geschützt.

 

Sie können das Cabo Girão, auf Deutsch „Kap der Umkehr“, in einer kurzen Fahrt mit dem Auto oder Bus (Linie 154) von Câmara de Lobos erreichen. Oder Sie können die Herausforderung annehmen und die 3km lange Strecke zu Fuss bewältigen.

 

Danach haben Sie sich wirklich ein Glas Wein verdient! Für den extra Nervenkitzel gibt es eine spezielle Aussichtsplattform, deren Boden aus Glas besteht. Hier geht es zur Live-Webcam der Aussichtsplattform

 

Wer sich gar nicht auf die Aussichtsplattform traut, braucht sich auch nicht grämen – der Blick vom Strand nach oben zum Kap ist ebenso spektakulär. 

Das Kap ist ein natürlicher Anziehungspunkt für Paraglider und Basejumper, von denen Sie an Tagen mit gemässigtem Wetter den einen oder anderen beobachten können.

 

Ganz in der Nähe befindet sich übrigens die Kapelle Capela de Nossa Senhora de Fátima, welche eine der wichtigsten Pilgerstätten Madeiras ist. Sie wurde erst 1951 gebaut und ist also kein historisches Gebäude, das sollte Sie allerdings nicht von einem Besuch abhalten!

 

Das kleine Gebäude ist in einem besonderen Stil errichtet worden und steht auf der Kuppe eines Hügels inmitten von grüner Vegetation.

 

Die Aussicht von hier ist beinahe ebenso spektakulär, wie vom Cabo Girão aus, doch der besondere Charme dieses Ortes zeigt sich, wenn es neblig ist. Dann ziehen die Schwaden rund um die Hügel über und unter der Kapelle und kreieren einen mystischen Ort. 

Blandy‘s Madeira Wine Company

Blandys Madeira Wine Company

Natürlich ist Madeira eine schöne Insel voller Sehenswürdigkeiten und Abenteuer, aber egal wie viel Zeit Sie dort verbringen – Sie haben Madeira nicht richtig kennen gelernt, wenn Sie den Wein nicht kosten.

 

Der Madeira-Wein schlechthin existiert nicht – genauso wie beim Bordeaux handelt es sich hierbei um eine Ansammlung an verschiedenen Rebsorten, die hier zum einen besonders gut gedeihen und zum anderen in Verbindung mit den Böden und dem Klima besonders gute Weine hervorbringen.

 

Auf Madeira gibt es meistens Weissweine verschiedener Rebsorten. Die einzige rote Sorte, die hier angebaut wird, ist die Tinta Negra – bei Sercial, Verdelho, Terrantez, Bual und Malvasia handelt es sich um weisse Sorten. So mancher Jahrgang kostet hunderte oder gar tausende pro Flasche!

 

Aber keine Sorge, nicht alle sind astronomisch teuer. Das schöne am Madeira-Wein ist, dass alle Tropfen sehr gut sind. 

 

Sie können die lokalen Weine natürlich in jedem Restaurant oder auch auf dem Markt verkosten, doch wir empfehlen eine tiefergehende Erfahrung, die Sie in bleibender Erinnerung behalten werden: den Besuch eines Weinguts. 

 

Blandy’s ist ein traditionsreiches Weingut, was schon auf den ersten Blick sichtbar ist, wenn man die historischen Gemäuer betritt. Es befindet sich seit 1811 im Besitz der selben Familie, eine Tradition, die mit John Blandy begann und bis heute unbeirrt in der sechsten und siebten Generation weitergeführt wird.

 

Dieses Weingut widerstand schon diversen finanziellen Krisen oder Pilzkrankheiten an den Reben, ohne den Export in alle Winkel der Welt zu unterbrechen. 

Sämtlicher Wein ist erstklassig und nicht unter 5 Jahre alt.

 

Sie finden auch 10, 15, 20 und 30 Jahre alte Weine. Und natürlich gibt es auch die Vintage-Weine, deren Alter weiter zurückreicht. Sie können sich also vorstellen, wie gross der Weinkeller der Familie Blandy ist.

 

Alle Weine reifen in Eichenfässern und werden im Laufe der Jahre zum Teil umgelagert, von oberen Kellerräumen mit höheren Temperaturen zu den kühleren ganz unten. 

 

Bei den Weissweinen ist praktischerweise das Dekantieren überflüssig und Sie können diese hochwertigen Weine direkt geniessen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob Sie den Wein noch auf Madeira oder auch zu Hause geniessen. Blandy’s Exporte erreichen Sie überall, wahrscheinlich auch für die nächsten 200 Jahre.