Ferien auf Madeira

Die Insel Madeira

Madeira: jeder hat wahrscheinlich schon davon gehört, aber nur wenige wissen mehr, als dass es sich um eine Insel handelt, die den Namen mit einem guten Wein teilt. Streng genommen, ist Madeira ein Archipel, das aus der Hauptinsel – Madeira – sowie der ebenfalls bewohnten Insel Porto Santo und einer Handvoll unbewohnten Inseln besteht.

 

Sie gehören zu Portugal (unsere Partnerhotels in Portugal), liegen aber 600 Kilometer westlich der marokkanischen Küste im Atlantik, also viel weiter im Süden, zwischen dem europäischen Festland und den Kanaren. 

 

Wer nun bei im Süden gelegenen Inseln an Strände und Sonnenbaden denkt, kommt auch hier auf seine Kosten. Im Falle Madeiras, sind die Strände meist klein und anstelle von Sand gibt es meistens Kies und Steine.

 

Der wohl schönste Strand liegt auf Porto Santo und besteht aus 6 Kilometern mit perfektem weichem Sand. Doch hauptsächlich geht es den Urlaubern, die hierher fliegen, eher um die reichhaltige Kultur, die Natur, die zum Wandern einlädt und die berühmten Gärten. Auch Gourmets kommen hier auf ihre Kosten – sehr sogar! 

 

Die Hauptinsel Madeira ist etwa 50 km lang und 20 km breit und hat knapp 160 km Küstenlinie, die man eher vom Boot aus erkunden sollte, viele Teile der Küste bestehen aus steilen und sehr hohen Klippen.

 

Eine davon, das Cabo Girao, ist 580 Meter hoch und hat eine Aussichtsplattform, von der man einen fantastischen Ausblick hat. Madeira besteht hauptsächlich aus Bergen. Der höchste Gipfel besteht aus dem Pico Ruivo, der das umliegende Meer um stolze 1862 Meter überragt.

 

Auf den ersten Blick mag das nicht sehr hoch erscheinen, aber da es nur 6 Kilometer von der Küste zum Gipfel sind, kann man sich vorstellen, wie steil die Berghänge sind. Genau so kann man sich quasi die ganze Insel vorstellen. 

 

Aufgrund mangelnder grosser Strände ist Madeira keine übervölkerte Touristenattraktion mit grossen Resorts, sondern eher ein Geheimtipp unter Individualreisenden. Jedoch, wenn Sie Surfer sind, dann muss Madeira unbedingt auf Ihre To-Do-Liste! Hier gibt es einige der besten Wellen Europas. 

 

Obwohl Madeira schon von den Phöniziern im 6. Jahrhundert vor Christus und von den Römern im 1. Jahrhundert nach Christus erwähnt wird, ist Madeira für lange Zeit nur eine unbedeutende Insel gewesen, die mal auf Karten erschien und mal nicht.

 

Erst 1419, als der portugiesische Seefahrer João Gonçalves Zarco hier landete und die Flagge seines Königreiches hisste, gehört Madeira zum ständigen Inventar der Karten und ist auch dauerhaft besiedelt. Somit bildet die Insel eine Zwischenstufe zwischen alter und neuer Welt.

 

Das lässt sich vor allem an der Architektur in den Altstädten sehen, wo der Kolonialstil noch nicht vollständig entwickelt wurde. 

 

Innerhalb eines Jahrhunderts wurde Madeira zu einem der wichtigsten Zuckerlieferanten für ganz Europa. Durch die sehr fruchtbaren Böden entstand grosser Reichtum, welcher wiederum viele flämische und italienische Händler anzog.

 

 

Nachdem die Böden im 16. Jahrhundert ausgelaugt waren, wurden viele Zuckerrohrplantagen in Weinberge umgepflanzt und seitdem ist Madeira für ausgezeichneten Wein bekannt. Im Laufe der Zeit liessen sich auch Engländer hier nieder und vervollständigten das kulturelle Potpourri der Inselgruppe. 

Madeiras Gärten

Madeira Garden

Wie schon erwähnt, ist Madeira allein wegen der wunderschonen Garten, auf Portugiesisch Jardims, einen Besuch wert.

 

Durch das ganzjährig ideale Klima und die nährstoffreichen Böden, wachst hier beinahe alles ohne Probleme. Die meisten befinden sich in Funchal. 

Im Jardim Tropical Monte Palace, am Endpunkt der Seilbahn, finden Sie sage und schreibe 100.000 verschiedene Pflanzenarten!

 

Als ob das nicht genug wäre, gibt es hier ausserdem afrikanische Skulpturen, eine Steinsammlung aus verschiedenen Ländern und eine Lagune mit Koi-Fischen. In den vielen verschiedenen Landschaften des Gartens gibt es Oasen der Ruhe für jeden Geschmack. 

 

Ebenfalls in Reichweite der Seilbahn liegt der Jardim Botânico da Madeira - Engº Rui Vieira, der der sinnbildlichste Garten Funchals ist.

 

Mit 350.000 Besuchern pro Jahr bildet er eine der Hauptattraktionen der Stadt, aber keine Sorge, auf den 35.000 Quadratmetern verteilen sich selbst grosse Menschenmengen ohne Problem.

 

Hier geht es weniger um verschiedene Pflanzenarten (Sie sollten trotzdem das Herbarium mit 24.000 verschiedenen Exemplaren besuchen), sondern auch um die Kunst mit Pflanzen. So werden verschiedenfarbige Pflanzen in einer Weise angeordnet, dass riesige Kunstwerke entstehen. 

 

Im Stadtzentrum liegt der Stadtgarten Jardim Municipal do Funchal, welcher auch für viele Veranstaltungen genutzt wird und immer einen Besuch wert ist. 

 

Die Gärten Jardim da Quinta Vigia und Parque de Santa Catarina sind beide allein wegen des Blickes auf das Meer einen Besuch wert.

 

Im Jardim da Quinta Vigia befindet sich ein Landgut, das in den vergangenen Jahrhunderten etliche europäische Adlige beherbergte, was sich wiederum in der Landschaftsarchitektur des Gartens widerspiegelt. Sie finden hier Elemente, die vom Barock bis zum Neoklassizismus reichen.

 

Der Parque Santa Caterina liegt direkt beim Hafen und kann mal eben besucht werden, wenn die Füsse eine Pause brauchen, lädt allerdings auch zu Spaziergängen ein, bei denen Sie Statuen von bedeutenden Persönlichkeiten, wie Christoph Kolumbus oder Heinrich dem Seefahrer finden können. 

 

Funchal besitzt noch viele weitere Gärten, manche von ihnen spezialisieren sich auf bestimmte Bereiche, wie Heilkräuter im Jardim de Plantas Aromáticas e Medicinais, andere winken schlicht mit einer kleinen Oase in der Stadt.

 

Wenn Sie auf Ihrer Entdeckungstour durch Funchal einen Garten finden, gehen Sie einfach hinein, jeder ist einen Besuch wert!

Die Hauptstadt Madeiras: Funchal

funchal auf madeira

Funchal ist die Hauptstadt Madeiras und mit knapp 112.000 Einwohnern auch die grösste Siedlung. Der Name bedeutet auf Deutsch “Fenchel”, was daran liegt, dass bei der Besiedlung Madeiras hier besonders viel Fenchel gefunden wurde.

 

Hier handelt es sich nicht nur um die hübscheste und sauberste Hauptstadt Europas, sondern auch um eine Perle für Luxusreisende. Sie finden nicht nur viele 4- und 5-Sterne Hotels, sondern auch erstklassige Restaurants und einzigartige Boutiquen.

 

In einem natürlichen Amphitheater gelegen, bietet sich in Funchal ein atemberaubender Blick auf den Hafen und das Meer von beinahe allen Standpunkten in der Stadt. 

 

Schon im 16. Jahrhundert wurde Funchal zum Bischofssitz ernannt (und damit zur Hauptstadt), daher verfügt Funchal über eine sehr grosse Anzahl historischer Gebäude in verschiedenen Stilen.

 

Als dann ab Mitte des 19. Jahrhunderts die Oberschicht Grossbritanniens Madeira für sich entdeckte, gründete der Schotte William Reid das Luxushotel Reid’s Palace, was ununterbrochen bis heute zu den Leading Hotels of the World gehört und auf jeden Fall einen Besuch wert ist.

 

Das Hotel gleicht von aussen eher einem Schloss, und das nicht nur wegen seiner Grösse, auch die anschliessenden Gärten lassen den Besucher ahnen, wieso es sich hierbei um einen ”Palace” handelt. Wer hier nicht übernachtet, sollte trotzdem zumindest einmal vorbeikommen. 

 

Auch wenn Funchal von Kreuzfahrtschiffen besucht wird, hält sich der Tourismus doch in Grenzen und man kann beinahe ganzjährig ungestört bummeln gehen. Hinter den Fassaden der alten Gebäude verbirgt sich eine kosmopolitische und moderne Stadt, die so gar nicht nach entlegener Insel aussieht.

 

Und dennoch, es handelt sich hier um einen äusserst sicheren Ort, wo Sie nachts problemlos ausgehen können, ohne sich Sorgen machen zu müssen. 

Wer mal eine kurze Atempause braucht, kann sich gerne in einem der vielen Gärten der Stadt ausruhen und an den Blumen schnuppern. 

 

Was Sie auf keinen Fall verpassen sollten, ist eine Fahrt mit der Seilbahn auf den Monte, den Berg der hoch über der Stadt thront. Von hier aus können Sie den Jardim Tropical Monte Palace erkunden oder, für die abenteuerlustigen, in einem der berühmten Korbschlitten bergab fahren.

 

Dabei werden Sie von zwei Herren, die den venezianischen Gondoliere verdächtig ähneln, in diesen ungewöhnlichen Schlitten 2 Kilometer lang eine steile Strasse hinuntergeschoben. 

 

Für die Fussballfans unter Ihnen ist der Besuch des Museums CR7 ein Muss. Cristiano Ronaldo ist der wohl berühmteste Sohn Madeiras und er hat seine Wurzeln nicht vergessen. 

 

Als Gourmet sollten Sie Funchal keinesfalls verlassen, ohne vorher den Mercado de los Lavradores, den Arbeitermarkt, ausgiebig erkundet zu haben. Hier finden Sie nicht nur die frischesten Produkte aus den umliegenden Plantagen, sondern auch hochklassige Gaumenfreuden, die Sie zu Hause vermissen werden.

Die Levada Wanderungen auf Madeira

Levada Wanderung auf Madeira

Bei den Levadas handelt es sich um etwa 30 cm breite Bewässerungskanäle, die ein Netzwerk von 2.092 Kilometern umfassen und somit die ganze Insel durchziehen.

 

Aufgrund der vielen Steilhänge hier wurden die Kanäle fast hangparallel aus den Bergen gegraben und verlaufen mit einem gemächlichen Gefälle, sodass das Wasser kontrollierbar ist und die Erosion in Grenzen gehalten wird.

 

Da diese Kanäle auch immer wieder gewartet werden müssen und aufgrund der geringen Neigungen angenehm zu laufen sind, sind viele Wege direkt neben ihnen entstanden.

 

Heute werden die Levadas immer noch zur Bewässerung genutzt und der Tourismus hat das weitläufige Netzwerk aus Wegen und Pfaden für sich entdeckt. Sie können tagelang entlang der Levadas wandern gehen, ohne eine Strecke zweimal zurückzulegen und fast ohne anderen Leuten zu begegnen.

 

Dank guten öffentlichen Verkehrs mit Bussen lassen Sich auch viele Streckenwanderungen unternehmen, ohne im Anschluss wieder an den selben Ausgangspunkt zurücklaufen zu müssen. 

 

Manche von den Wegen führen in die Laurisilva-Wälder, jene fast tropische Wälder, die die natürliche Vegetation Madeiras bildeten, bevor die portugiesischen Siedler die meisten Wälder zugunsten von Häuserbau und Landwirtschaft rodeten. 

 

Die bekannteste Wanderstrecke führt etwa 6 Kilometer entlang des Kanals Levada do Caldeirao Verde, welcher sich zunächst gemächlich durch einen Wald und Tunnel schlängelt, wobei regelmässig eine atemberaubende Aussicht auf das Meer gewährt wird.

 

Zum Abschluss jedoch fällt er 91 Meter tief einen Wasserfall hinunter. Bringen Sie ein paar Leckereien vom Markt mit und geniessen Sie ein Picknick, dieser Ort lädt definitiv zum Verweilen ein! 

Der Inselvulcan Pico da Torre

Pico da Torre auf Madeira Aussicht

Wer nicht so gut zu Fuss unterwegs ist, kann Madeira auch sehr gut mit dem Auto entdecken. Dank einiger Tunnel sind die schlimmsten Strecken mittlerweile Vergangenheit und Sie müssen nicht jedes Mal um Ihr Leben fürchten, wenn Gegenverkehr kommt. 

 

Ein besonders sehenswertes Ziel, zu dem Sie ganz bequem hinfahren können (keine Sorge, es gibt auch eine Bushaltestelle) ist der Vulkan Pico da Torre.

 

205 Meter über dem Örtchen Camara de los Lobos gelegen breitet sich hier vor Ihnen eine der besten Aussichten der ganzen Insel aus.

 

Der Gipfel liegt vollständig frei und bietet daher einen 360 Grad Blick. Sie können von hier aus alles sehen, Camara de los Lobos mit deiner kleinen Bucht und dem Hafen, die Küste links und rechts davon, sowie die Bergkette, die sich über das Hinterland erstreckt.

 

Kleiner Geheimtipp am Rande: auf dem Pico da Torre wächst übrigens auch ein natürliches Blütenmeer, das den Gärten Funchals in nichts nachsteht. 

Blandy‘s Madeira Wine Company

Blandys Madeira Wine Company

Natürlich ist Madeira eine schöne Insel voller Sehenswürdigkeiten und Abenteuer, aber egal wie viel Zeit Sie dort verbringen – Sie haben Madeira nicht richtig kennen gelernt, wenn Sie den Wein nicht kosten.

 

Der Madeira-Wein schlechthin existiert nicht – genauso wie beim Bordeaux handelt es sich hierbei um eine Ansammlung an verschiedenen Rebsorten, die hier zum einen besonders gut gedeihen und zum anderen in Verbindung mit den Böden und dem Klima besonders gute Weine hervorbringen.

 

Auf Madeira gibt es meistens Weissweine verschiedener Rebsorten. Die einzige rote Sorte, die hier angebaut wird, ist die Tinta Negra – bei Sercial, Verdelho, Terrantez, Bual und Malvasia handelt es sich um weisse Sorten. So mancher Jahrgang kostet hunderte oder gar tausende pro Flasche!

 

Aber keine Sorge, nicht alle sind astronomisch teuer. Das schöne am Madeira-Wein ist, dass alle Tropfen sehr gut sind. 

 

Sie können die lokalen Weine natürlich in jedem Restaurant oder auch auf dem Markt verkosten, doch wir empfehlen eine tiefergehende Erfahrung, die Sie in bleibender Erinnerung behalten werden: den Besuch eines Weinguts. 

 

Blandy’s ist ein traditionsreiches Weingut, was schon auf den ersten Blick sichtbar ist, wenn man die historischen Gemäuer betritt. Es befindet sich seit 1811 im Besitz der selben Familie, eine Tradition, die mit John Blandy begann und bis heute unbeirrt in der sechsten und siebten Generation weitergeführt wird.

 

Dieses Weingut widerstand schon diversen finanziellen Krisen oder Pilzkrankheiten an den Reben, ohne den Export in alle Winkel der Welt zu unterbrechen. 

Sämtlicher Wein ist erstklassig und nicht unter 5 Jahre alt.

 

Sie finden auch 10, 15, 20 und 30 Jahre alte Weine. Und natürlich gibt es auch die Vintage-Weine, deren Alter weiter zurückreicht. Sie können sich also vorstellen, wie gross der Weinkeller der Familie Blandy ist.

 

Alle Weine reifen in Eichenfässern und werden im Laufe der Jahre zum Teil umgelagert, von oberen Kellerräumen mit höheren Temperaturen zu den kühleren ganz unten. 

 

Bei den Weissweinen ist praktischerweise das Dekantieren überflüssig und Sie können diese hochwertigen Weine direkt geniessen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob Sie den Wein noch auf Madeira oder auch zu Hause geniessen. Blandy’s Exporte erreichen Sie überall, wahrscheinlich auch für die nächsten 200 Jahre.